Ayurveda – und wie wir es uns im Frühling ein wenig leichter machen können

Online-Workshop am 24. April

Ayurveda bedeutet “Wissen vom Leben” – und auch wenn wir alle über dieses Wissen verfügen, natürlicherweise, leben wir nicht immer danach. Die indische Heilkunde wurde über Jahrtausende tradiert, wobei ihr Alter umstritten ist, und hat heute große Bedeutung vor allem im Bereich der Prävention von Krankheit. Zwar können Ayurveda-Ärzte mit ihrem Wissen bei der Heilung unterstützen, doch wichtiger sind zunächst Gesundbleiben und Wohlbefinden: das, was wir alle jederzeit für uns tun können und sollten. Gesundheit wird mit einem Sanskritwort benannt, Svastha, das “im Selbst verweilen” bedeutet – es geht also um ein friedliches, zufriedenes Wir-selbst- und Bei-uns-Sein, und dafür ist eine Yoga-Praxis ebenso förderlich wie ayurvedische Maßnahmen.

Der Deutsche Berufsverband für Ayurveda beschreibt Ayurveda als “eine komplexe und doch in ihren Grundsätzen leicht verständliche Heilkunde auf der Basis einer ganzheitlichen und universellen Philosophie. Die einzelnen Wissenszweige beruhen auf einigen grundlegenden Aspekten der Wahrnehmung und Betrachtung des Menschen als individuelle Einheit von Körper, Seele und Geist” (https://www.ayurveda-verband.eu/ayurveda/grundlagen/) – und in der Simplizität und guten Anwendbarkeit ist für uns Nicht-Ärzte Ayurveda eine wahre Schatztruhe von Empfehlungen zu Ernährung und Bewegung, Körper-, Sinnespflege und Geistespflege … oder weiter gefasst: zur Lebensführung.

Und so unterstützt Ayurveda uns rundherum im Menschsein, beim Leben der sogenannten vier Menschenziele, der Purushartas:
Dharma = unser Platz in der Ordnung der Welt, unsere Lebensaufgabe, Entfaltung unserer Talente
Artha = unser Streben nach finanzieller Sicherheit, beruflichem Erfolg
Kama = Genuss, sinnlich-emotionale Bedürfnisbefriedigung
Moksha = Befreiung (spirituell), Gottverwirklichung

Ayurveda basiert auf der Beobachtung des Lebens. Begriffe und Konzepte der Heilkunde können hilfreich sein, wenn es darum geht, uns selbst zu betrachten, inmitten des natürlichen wie kulturellen Gefüges, in dem wir leben. Gemäß Ayurveda kommen wir alle mit einer einzigartigen individuellen “Grundausstattung” zur Welt, beschreibbar durch die drei Doshas (= Bioenergien, Vata – Pitta – Kapha, bzw. die fünf Elemente = Mahabhutas, Erde – Wasser – Feuer – Luft – Äther/Raum). Wir brauchen die Konstitutionsbestimmung nicht überzubetonen (im Sinne von: wir sollten uns alle nur nach Listen mit typgerechten Lebensmitteln ernähren, der eine darf das, die andere das nicht …), doch wir können uns selbst und andere dadurch etwas besser kennenlernen, damit wir besser mit uns und einander umgehen, erfüllter, wertschätzender und verständnisvoller leben können. Jemand, der z.B. eher erdig ist wird ein ähnliches Wärmebedürfnis haben (also nach Feuer) wie einer luftigerer Mensch, aber tendenziell zum Ausgleich mehr Anregung brauchen, während der Luftikus eher Beruhigung braucht, um in Balance zu bleiben.
  
Die individuelle Betrachtung sieht eine Person mit ihrer Grundkonstitution und dem womöglich davon abweichenden Jetzt-Zustand (einer mehr oder weniger ausgeprägten “Störung” bzw. Disbalance) und nimmt allgemein die Lebensumstände in den Blick, das Alter, die Alltagsgestaltung usw. Zudem spielen – für alle gleichermaßen – der Zeitpunkt (im Jahr, im Monat(szyklus), im Tagesablauf) sowie der Ort, an dem wir uns befinden, eine Rolle. Im Frühjahr haben wir andere Befindlichkeiten und Bedürfnisse als im Sommer, Herbst oder Winter. Im kühleren Norden leben wir anders als im wärmeren Süden. Und am besten geht es uns, wenn wir in Harmonie mit den natürlichen Gegebenheiten und Rhythmen leben. Das, was es hier und jetzt gibt, z.B. an Gemüse, ist allgemein auch am förderlichsten für unsere Gesundheit. Wir dürfen also lokal und saisonal denken und genießen.

Jetzt im Frühling ist es an der Zeit, die Winterschwere verabschieden, die wir vielleicht physisch, vielleicht eher mental-emotional spüren – und dafür ist genau das richtige “Kraut gewachsen”, die Natur liefert an Neuem Grünes, Leichtes, Frisches, Herbes, während wir zum Glück auch noch etwas wärmendes Wurzelgemüse haben (und zum Un-Glück so vieles mehr im heutigen Lebensmittelhandel, was uns jetzt nicht unbedingt gut tut), ansonsten wäre da natürlicherweise nicht viel zu essen vorhanden nach dem Winter. Nicht von ungefähr gibt es in unserem Kulturraum die Tradition des Fastens vor Ostern, und Reduktionsdiäten wie Detoxkuren werden vor allem in dieser Jahreszeit empfohlen. Ayurveda gibt einige hilfreiche Empfehlungen zum Entlasten, wenn es langsam lichter und wärmer wird. Diese sind eher sanft, und ich mag die Großzügigkeit des Ayurveda: Es wird von extremen Maßnahmen, vor allem ohne ärztliche Begleitung ausgeführt, abgeraten, niemand braucht zu hungern oder sich mit rigorosen Programmen allzu sehr herauszufordern, vielmehr darf und sollte sich all das schon währenddessen angenehm anfühlen.

Beispielsweise dürfen wir uns morgens anregend massieren, “Kanäle” reinigen (wie Mund, Nase, Augen), den Stoffwechsel in Schwung bringen, durch heißes Wasser, Zitrone, Ingwer, Sonnengrüße … und die Laune auf Erneuerung und Leichtigkeit hochschwingen. Wer mag, kann ein paar Tage lang einfacher essen, traditionell wird eine Reis-Mungbohnen-Suppe empfohlen, oder vielleicht lassen wir einfach bewusst für eine Zeit das eine oder andere weg (ob das nun der gewohnte Kaffee ist oder Social Media). Wir gönnen uns so eine kleine Pause, nach der wir ebenso bewusst neu starten können. Und wenn er uns gut tut bzw. große Freude bereitet, darf der anregende Kaffee natürlich auch bleiben. 

Wenn du mehr wissen möchtest: Ich biete am Samstag, den 24. April, um 16.00 Uhr einen Online-Workshop zum Thema Ayurveda & Frühling an. In 90 min möchte ich dir einige Basics vermitteln (Weltsicht des Ayurveda und Grundprinzipien dieser Heiltradition, 5 Elemente und 3 Bioenergien, Annäherung an deine gesunde Konstitution) sowie ein paar einfach anzuwendende Techniken und Routinen, die dich jetzt im Frühjahr dabei unterstützen können, Balance wiederzufinden und zu festigen. Du brauchst dich nicht verbindlich anzumelden, gib mir aber gerne schon Bescheid, wenn du teilnehmen möchtest, damit ich besser planen kann (Preis 20 Euro, ermäßigt 15) – über eine E-Mail an hallo@sukhadupa.net freue ich mich. Ich schicke dir dann einen Link zu Zoom, und du kannst ganz gemütlich von zuhause aus teilnehmen.

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